Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
zu den gutachterlichen Äußerungen zum Wohnungspolitischen Handlungskonzept gibt die CDU-Fraktion die nachfolgende Stellungnahme ab. Sie soll nicht zur Abstimmung gestellt werden, sondern nur zu den Akten genommen werden
I. Ziele
Ein Wohnungspolitisches Handlungskonzept hat verschiedene Ziele, die einander ergänzen, aber auch begrenzen. Ein solches Konzept hat demnach diese Ziele abzuwägen und zu bedenken, um zu einer humanen Stadtentwicklung beizutragen.
Ziele sind:
Siegburg hat in den letzten Jahrzehnten eine rasante Entwicklung seiner Einwohnerzahlen erlebt. Siegburg liegt im prozentualen Wachstum an Einwohnerschaft auf einem Spitzenplatz der Region des südlichen Rheinlandes. Voraussetzung dafür war die Schaffung vieler Wohnungsneubauten, insbesondere im Mehrfamilienhaussektor. Dies wird durch die Aussagen und Statistiken des Gutachtenentwurfs nachdrücklich belegt.
Mit seinen gewaltigen Neubauleistungen hat Siegburg einen überdurchschnittlichen Beitrag zur Bewältigung des Wohnungsbedarfs in der Region geleistet. Es sind konkrete weitere Projekte mit mehreren hunderten Wohneinheiten im Bau, in der Planung oder in der Konzeption (z.B. Kaiser-Carré, Allianz-Parkplatz, Haufeld). Die Schaffung neuer Wohnungen bleibt selbstverständlich weiter eine Aufgabe in Siegburg. Der fast unendliche Bedarf wird hier aber keineswegs vollständig zu befriedigen sein. Die gesamte Region muss sich dieser Aufgabe genauso erfolgreich widmen.
Ebenso stellen die Gutachter zutreffend fest, dass die Möglichkeiten, innerhalb der Stadt Siegburg zusätzlichen Wohnraum durch Neubau zu schaffen, durch die geringe Stadtfläche, eine Vielzahl von Nutzungsbeschränkungen und die ausgedehnte Neubautätigkeit der letzten Zeit begrenzt ist.
Die Schaffung zusätzlichen Wohnraums hat aber auch zu negativen Auswirkungen beigetragen.
Die gestiegenen Einwohnerzahlen lösten einen gewaltigen zusätzlichen Investitionsbedarf in der Infrastruktur aus: Kitas, Grundschulen, weiterführende Schulen, offene Ganztagsbetreuung wurden neu gebaut, saniert, erweitert und verschlingen Millionenbeträge in dreistelliger Höhe. Die enormen finanziellen Lasten sind auf mittlere Sicht für die Stadt kaum zu verkraften.
Hinzu kommen starke zusätzliche verkehrliche Belastungen. Der dichte Verkehrsfluss auf den städtischen Straßen und noch viel mehr die Parksituation in den Stadtteilen und Wohnquartieren sind immer schwerer zu ertragen. Der KFZ-Bestand in Siegburg ist auf 30.000 Fahrzeuge angewachsen, im Durchschnitt 1,5 Autos pro Haushalt.
Weiter haben wir zusammen mit unserem Kooperationspartner folgenden Antrag zur gleichen Sitzung eingebracht:
Die CDU-Fraktion und die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragen, der Planungsausschuss möge beschließen:
Der Planungsausschuss nimmt die gutachterlichen Ausführungen zum Wohnungspolitischen Handlungskonzept zur Kenntnis und leitet daraus folgende Ziele und Maßnahmen ab:
1. Die Stadt Siegburg sieht sich in der Pflicht, angesichts des hohen Wohnungsbedarfs in der Region ihre erfolgreiche Wohnungsbaupolitik fortzusetzen. Der Bedarf lässt sich allerdings nicht allein in Siegburg befriedigen; Siegburg hat in den vergangenen Jahren einen großen Anteil geleistet; nun sind angesichts knapper Flächen keine Steigerungen mehr möglich.CDU Siegburg
Marienhofstraße 3
53721 Siegburg